Die Kräutermischung Spice wird zur neuen Modedroge. Ihre Verbreitung ist in Deutschland kaum zu kontrollieren. Alle Inhaltsstoffe sind legal. Doch wie gefährlich ist der Konsum?

George Reskalla fragt schon gar nicht mehr, was seine Kunden wollen. »Kommt nächste Woche wieder«, ruft er, sobald sich in seinem Laden die Tür öffnet. Reskalla verkauft im Peace-Headshop in Berlin-Friedrichshain Wasserpfeifen und ähnliches Zubehör. Aber im Moment haben die Kunden nur eins im Kopf: Spice.
Der Kräutermix, vor dem die Drogenbeauftragte der Bundesregierung erst kürzlich gewarnt hat, ist fast überall im Bundesgebiet seit Tagen ausverkauft. Seit die Medien übe
r die Modedroge berichten, rollt über Deutschland und Österreich eine regelrechte Spice-Welle hinweg. Die Kräutermischung soll eine ähnliche Wirkung haben wie Cannabis, ist aber für die Behörden schwer fassbar: Niemand weiß, welche Inhaltsstoffe wirklich in den bunten, metallisch glänzenden Tütchen stecken und welcher davon die berauschende Wirkung erzeugt. Auch die rechtliche Situation ist verzwickt: Die Modedroge wird zwar geraucht, aber im Laden geschickt als Räucherwerk verkauft, mitsamt Warnaufdruck: »Nicht zum Verzehr geeignet«. Somit gilt sie als Bedarfsgegenstand und unterliegt keiner Regulierung.
Die Hilflosigkeit der Behörden wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie ist mit einem Stoff umzugehen, über dessen Risiken so gut wie nichts bekannt ist, den aber immer mehr Jugendliche konsumieren?







